Adventsgeschichte – Angel’s Guardian 15.12.2016

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Hier ist es auch schon … Türchen Nr. 15 … und von einigen schon sehnsüchtig erwartet. Auf den Schock der letzten beiden Türchen gibt es heute ein wenig Süßes.
Und wie immer, wer die Türchen nachlesen möchte, der klickt bitte HIER.

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Türchen 15

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»Hätte ich sonst gefragt?« Angel lachte leise und es tat so gut ihn so zu hören. »Mach bitte die Tür zu, sonst kommt Henry noch auf die glorreiche Idee im Haus herumzurennen.«

Gabriel starrte ihn mit großen Augen an. Es dauerte etliche Momente, bis er verstand, was Angel ihm angeboten hatte. Kaum hatte er die Information verinnerlicht, beschleunigte sich sein Herzschlag und er schloss die Tür. Nervös beobachtete er Angel, der mit zwei frischen Gläsern in den Wohnzimmerbereich lief, nach einer neuen Flasche aus der Bar griff und ihnen beiden einschenkte.

»Jetzt komm schon her. Oder willst du da drüben Wurzeln schlagen?«

Verlegen biss sich Gabriel auf die Unterlippe und nahm neben ihm auf dem Sofa Platz. Angel reichte ihm eines der Gläser und prostete ihm zu.

»Ich kann mich gar nicht genug dafür bedanken. Es .. es war so…«

Gabriel legte ihm einen Zeigefinger auf die Lippen. »Pst … du musst nichts sagen. Dieser Typ wird dich nie mehr anrühren. Sean und Matt haben dafür gesorgt.«

»Da … danke«, flüsterte Angel und hauchte ihm einen Kuss auf die Fingerkuppe.

Im selben Moment wurde es Gabriel heiß und kalt. Ein angenehmes Prickeln fuhr ihm über den Rücken und er vergaß völlig, wo er gerade war. Das einzige was zählte waren Angels strahlende, saphirblaue Augen. Sie sahen ihn mit solch einer Intensität an, dass er glaubte zu schweben.

Unerwartet nahm Angel die beiden Gläser, stellte sie auf dem Couchtisch ab und wandte sich ihm wieder zu. Schweigend blickten sie sich tief in die Augen. Nebenbei fühlte Gabriel, wie Angel seine Hand nahm und sanft streichelte. Es lag ein Knistern in der Luft, es war förmlich zum Greifen nahe. Nur wenige Momente später hauchte er ihm einen liebevollen Kuss auf die Wange und kuschelte sich an Gabriel. Mit einem unbeschreiblichen Gefühl voller Wärme und Geborgenheit nahm er ihn in den Arm.

Schweigend saßen sie da. Gabriel lauschte Angels ruhigem Atem. Niemals hätte er sich träumen lassen die Nacht bei ihm zu verbringen. Wäre er jetzt unterwegs nach Hause, hätte er sich nur Gedanken gemacht und immer wieder gefragt, wie es Angel gehen würde. So konnte er ganz nah bei ihm sein und ihm das Gefühl von Sicherheit schenken.

»Gab?«, hörte er nach einer Weile Angels Stimme.

»Ja?«

»Bleibst du heute Nacht wirklich bei mir?«

»Warum denn nicht.« Gabriel seufzte. »Wenn ich ehrlich bin, hätte ich dich auch nur ungern allein gelassen.«

»Wirklich?« Angel setzte sich auf und sah ihn mit leuchtenden Augen an.

»Es gibt keinen Grund zum Lügen. Die Wahrheit ist die Wahrheit.« Gabriel hob die Hand und fuhr ihm mit den Fingern sachte über die Wange.

Angel schmiegte sich an sie, dann nahm er Gabriels Hand und küsste seine hohle Handfläche. Ein wohliger Schauder erfasste Gabriel und er glaubte, ein leichtes Kribbeln im Bauch zu spüren. Wie kleine Ameisen, die wild umherwuselten.

»Danke«, hauchte Angel.

»Dafür nicht.« Gabriel beugte sich nach vorne und gab ihm einen Kuss auf die Stirn.

Plötzlich schreckte sie ein Bellen auf. Henry stand vor ihnen, sah beide an und bellte erneut.

»Da will wohl jemand in sein Bett.« Angel kicherte. »Vielleicht sollten wir das auch tun.« Er stand auf und Henry sauste los in Richtung Schlafzimmer. »Kommst du?«

»Kommen? Wohin?«

»Willst du wirklich auf dem Sofa pennen? Ich habe ein großes Bett, da ist Platz für zwei. Also komm.«

Angel nahm ihn an der Hand und zog Gabriel hinter sich her. Staunend fand er sich in einem geräumigen Schlafzimmer wieder. Auch hier herrschte die Farbe Weiß vor, aber inzwischen hatte er sich daran gewöhnt. Es wirkte auf seine ganz eigene Art luxuriös. Ein riesiger Schrank nahm eine komplette Wand ein. Auf der gegenüberliegenden Seite stand ein Designerbett, das ihn im ersten Augenblick sprachlos machte. Es war nicht nur breit und wirkte sehr einladend, sondern es war in ein Holzpodest eingelassen, dass er so bisher noch nie gesehen hatte. Es besaß eine gepolsterte Rückwand und zu beiden Seiten schlängelte sich aus goldenem Messing ein Gestell heraus, das wiederum eine kleine Holzoberfläche hielt, als würden Finger es festumklammern. Eine moderne Form eines Nachttisches. Zu seiner eigenen Überraschung stellte er fest, dass das Bett komplett schwarz überzogen war.

Einzig und allein Henrys flauschiges Hundebett stach zwischen den Designermöbeln heraus. Es lag am Fußende und war einem Fisch nachempfunden. Königsblau mit gelben Streifen und einer großen Schwanzflosse.

Henry rannte mehrmals drum herum, dann hüpfte er auf seinen Platz und kuschelte sich gemütlich in eine verknäuelte rote Decke.

»Willst du etwas zum Anziehen?«, fragte Angel und holte Gabriel aus seinem Starren heraus. »Mein Schrank ist voll.«

»Mach dir keine Mühe, ich kann in meinen Boxershorts schlafen.«

Dabei beobachtete er Angel, der zum Schrank ging, eine der Türen zur Seite schob und eine dunkle Jogginghose herausfischte. Dann ließ er das Handtuch fallen und präsentierte ihm seine nackte Kehrseite. Sofort fiel Gabriel das Tribal-Tattoo ins Auge, das er bereits einmal bei ihrem Ausflug in den Whirlpool bewundern konnte. Es erinnerte ihn allerdings auch an seinen peinlichen Moment. Er versuchte den Blick zu senken, doch die Tätowierung war viel zu aufreizend, um wegzusehen. Die Badehose hatte tatsächlich das meiste verdeckt. Oberhalb der rechten Taille schlängelte sich das Tribal abwärts über die rechte Po-Wange und von dort bis zur Innenseite des Oberschenkels.

»Weißt du eigentlich, dass dir ein Tattoo richtig gut stehen würde?«

Verwirrt blickte er Angel an und merkte, wie ihm die Hitze ins Gesicht schoss.

»Ich habe selbst eines gezeichnet … ein Tribal wie meines… und das genau hier über der Schulter und dem Oberarm würde klasse bei dir aussehen.« Er war an ihn herangetreten und fuhr die Konturen mit dem Zeigefinger auf Gabriels T-Shirt nach. »Zufällig kenne ich die beste Tätowiererin Londons. Du solltest es dir wirklich überlegen.«

»Ehrlich gesagt habe ich Angst vor Nadeln«, gestand Gabriel und zog sich die Schuhe und Hose aus.

»Brauchst du nicht, Nelly ist die Beste.« Angel beugte sich zu ihm vor und küsste ihn auf die Wange. »Und jetzt brauche ich unbedingt eine Mütze voll Schlaf.«

Während Gabriel am liebsten Angel wieder in den Arm genommen hätte, beobachtete er ihn stattdessen, wie er sich ins Bett legte und neben sich auf die Decke klopfte. Er ließ sich nicht zweimal darum bitten und huschte zu ihm unter die Bettdecke.

Schwärmerisch schloss er die Augen und sog Angels Duft ein, der ihn einhüllte wie in einen Kokon. Das Kissen, die Decke, alles roch nach ihm. Und dann lag Angel auch noch neben ihm. Die Ameisen in seinem Bauch begannen einen wilden Tango aufs Parkett zu legen. Das würde sicherlich die schönste Nacht seit Langem werden.

»Schlaf gut«, flüsterte Angel ihm ins Ohr und klatsche anschließend in die Hände.

Das Licht ging von allein aus und eine sanfte Dunkelheit legte sich über sie.

»Gute Nacht«, nuschelte Gabriel und schloss mit einem glückseligen Lächeln auf den Lippen die Augen.

***

Verschlafen gähnte Gabriel und bemerkte, dass es bereits hell draußen war. Die Vorhänge waren zurückgezogen und vom Bett aus sah er einen wunderschönen blauen Himmel. Die Sonne schien und er hatte sich noch nie besser gefühlt, wie in jenem Augenblick. Er spürte keine Kopfschmerzen oder Übelkeit, obwohl er vergangenen Abend und in der Nacht nicht gerade wenig Alkohol getrunken hatte. Sein Blick wanderte erwartungsvoll zur Seite, doch Angel lag nicht mehr neben ihm.

Enttäuscht setzte Gabriel sich auf. Weder Angel noch Henry konnte er entdecken. Daher entschied er sich aufzustehen, obwohl er nur zu gerne liegen geblieben wäre. Die Matratze war himmlisch und allein der Ort, wo er die Nacht verbracht hatte, war mehr als er sich je erträumt hätte. Er zog seine Jeans an und ging zur Tür, die nur angelehnt war. Als er sie öffnete, stieg ihm der Duft von frisch aufgebrühtem Kaffee entgehen. Das war genau das, was er jetzt brauchte.

Leise schlurfte er durch das Wohnzimmer in Richtung Küche, da rannte bereits Henry auf ihn zu, umrundete ihn einige Male und hüpfte an seinen Hosenbeinen nach oben.

Gabriel ging in die Hocke und begrüßte den kleinen Hund mit Kraulen hinter den Ohren. »Guten Morgen, mein kleiner Mann. Wo hast du denn dein Herrchen gelassen?«

© Madison Clark

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Ich will auch mal dort übernachten 😉 … ich verfrachte die beiden kurzerhand auf das Sofa und kuschel mich ins Bett, samt Kuscheltiger Henry.
Morgen gehts an gewohnter Stelle und Zeit weiter.

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