Adventsgeschichte – Angel’s Guardian 06.12.2016

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Ich wünsche euch allen einen schönen Nikolaustag nikolaus
Und bevor es heute an das Türchen Nr. 6 geht, möchte ich euch an mein Nikolaus-Gewinnspiel erinnern. Schaut doch mal vorbei 😉
Und wer die ersten 5 Türchen von „Angel’s Guardian“ noch nicht kennen sollte, der kann sie HIER nachlesen.
Und nun geht’s auch schon gleich weiter mit den zwei Süßen.

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Türchen 6

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Mit zwei Gläsern Wasser kam Riley zurück und zog eine Zigarettenschachtel aus der Hosentasche.

»Du verrätst mich doch nicht, oder? Bis unten auf den Barbereich und im Aufenthaltsraum der Jungs ist eigentlich im gesamten Gebäude Rauchverbot. Manchmal habe ich aber einfach keine Lust nach unten zu gehen.«

»Keine Sorge. Aber nur, wenn ich diesmal eine ausgeben darf.« Gabriel trank einen Schluck Wasser und reichte Riley seine Zigarettenschachtel hinüber.

»Danke. Feuer?« Revanchierte er sich.

Gabriel lehnte sich satt und zufrieden zurück und zog genüsslich an der Zigarette.

»Ich darf gar nicht dran denken, dass ich eigentlich seit fast zwei Jahren aufhören will.«

»Sean ist auch der Meinung, ich sollte endlich damit aufhören«, sagte Riley und kicherte. »Da stößt er bei mir allerdings auf taube Ohren. Bis vor ein paar Jahren hat er selbst noch geraucht und dann plötzlich von einem Tag auf den anderen aufgehört. Seitdem ist er sehr kritisch bei diesem Thema.«

»Da kann er meinem Dad die Hand reichen.« Gabriel lachte und sah seinen Vater vor sich, der ebenfalls dieses Laster von einem auf den anderen Tag hatte abwerfen können und seitdem jedem einen Vortrag über die bösen Klimmstängel hielt, der es wagte sich in seiner Nähe eine Zigarette anzustecken – ob derjenige es hören wollte oder nicht. »Und was sagen deine Eltern dazu?«

Riley seufzte tief, nahm das Glas und trank es mit einem Schluck leer. Als er es wieder abstellte, stand er auf und lief hinüber zu einem der Fenster, die hier genauso zahlreich waren wie im Wohnbereich. »Ich weiß nicht, was sie sagen würden. Meine Mutter ist gestorben, da war ich gerade vier. Mein Vater hat sich verabschiedet als ich neun war. Davor hat er viel getrunken.«

Beschämt sah Gabriel auf die Tischplatte. »Tut mir leid.«

»Muss es nicht. Du konntest es doch nicht wissen«, kam es von Riley. »Wie lange wirst du heute noch arbeiten? Denn wenn ich mit dir in den Spa-Bereich will, dann sollten wir uns besser beeilen.«

Wie aufs Stichwort spürte Gabriel wieder seine verspannte Nackenmuskulatur. Aber sollte er wirklich auf den Vorschlag eingehen? Er war sich unsicher, wobei das Angebot wirklich verlockend war.

»Ähm … ich … ich …«

»Wenn du nicht willst, musst du nicht. Ich dachte nur, so ein wenig Entspannung könnte dir ganz gut tun.«

Gabriel sah ihn leicht hilflos an.

»Falls du dir Sorgen wegen Sean machst, dann vergiss die gleich wieder.« Riley kam zurück zum Tisch und brachte einen Aschenbecher mit. »Betrachte es eher als ein Privileg. Du gehörst eben einfach zu den wenigen, die dafür nichts zahlen müssen.« Er nahm den letzten Zug und drückte die Zigarette daraufhin aus.

»Nun gut«, sagte Gabriel schließlich mehr zu sich selbst. » Gib mir noch eine halbe Stunde, dann bin ich soweit.«

***

Ohne die letzten dreißig Minuten wirklich etwas getan zu haben, schaltete er schließlich den Bildschirm aus. Das Überspielen der restlichen Daten in den nächsten Stunden brauchte er nicht zu überwachen. Zur Sicherheit, falls Sean oder sein Assistent Sam vorbeikommen und sich fragen sollten, wo er denn steckte, hinterließ er einen Notizzettel mitsamt seiner Handynummer. Nervös schnappte er sich die Tasche und Jacke, verließ den Serverraum und schloss sorgfältig hinter sich ab. Gerade als er überlegte, was er jetzt tun sollte, kam Riley auf ihn zu, der etwas unter dem Arm trug.

»Ich hoffe, sie passt dir«, sagte er und überreichte Gabriel eine Badehose. »Aber so wie ich das sehe, haben wir ungefähr die gleiche Größe.«

»Danke«, nuschelte Gabriel verlegen und folgte Riley zum Aufzug.

Sie fuhren in den vierten Stock und betraten einen geräumigen Korridor, der sich deutlich vom Rest des Gebäudes unterschied, soweit er das sagen konnte, denn er hatte noch längst nicht alles gesehen. Die hellen Wände waren dunkleren Farben gewichen, und die Beleuchtung war dezent und indirekt angebracht. So wirkte es, als würden die Wände selbst ein diffuses Licht ausstrahlen.

Riley führte ihn zu einer Tür mit der Aufschrift ‚Privat‘, hinter der sich eine puristisch anmutende Umkleide verbarg. Der Boden und die Wände waren cremefarben gefliest. Zwei Bänke in der Mitte und mehrere Spinde zu beiden Seiten des Raumes waren alles, was sich hier drin befand.

»Du kannst deine Sachen ruhig liegen lassen, da geht niemand dran«, sagte Riley und begann sich völlig ungeniert vor Gabriels Augen zu entkleiden. Zuerst zog er seinen schwarzen Pullover aus, anschließend knöpfte er die Jeans auf. »Na komm schon. Ich beiße nicht.«

»Schade«, antwortete Gabriel prompt und lachte.

»Soll ich es mal ausprobieren?« Riley zwinkerte.

»Vielleicht lieber nach deiner versprochenen Massage.« Gabriel grinste und legte die Tasche und die Jacke ab. Er war sich sicher, dass sein Kopf einer überreifen Chilischote glich. Ohne weitere Worte tat er es seinem Gegenüber gleich, schielte dabei aber immer wieder aus den Augenwinkeln zu ihm hinüber. Er konnte seinen Blick einfach nicht von dem wunderschönen Körper lassen. Riley zog ihn magisch in seinen Bann. Sein wohlgeformter und gut trainierter Körper war von einigen Tattoos verziert und wirkte auf ihn schlichtweg unwiderstehlich. An seinem rechten Oberarm erkannte er ein brennendes Kreuz, und auf der linken Seite der Brust sah er einen Phoenix, der die Flügel ausgebreitet hatte, als würde er sich gerade in die Luft erheben. Das aufregendste war jedoch ein Tribal-Tattoo, das sich von oberhalb der rechten Taille abwärts schlängelte und nur vom Bund bis zu den Knien reichenden Badehose unterbrochen wurde. Einen Sekundenbruchteil fragte er sich, wie es wohl im Ganzen aussehen würde. Jeglicher Gedanke daran löste sich allerdings augenblicklich in Luft auf, als Riley sich umdrehte und ihm seinen Rücken präsentierte.

Zwei große Engelsflügel erstreckten sich über die gesamte Rückenpartie. Die Schatten jeder einzelnen Feder war deutlich zu sehen, und je länger er sie anstarrte, desto echter wirkten sie.

»Die … die sind ja … der Hammer«, stammelte Gabriel völlig fasziniert.

»Du meinst die Flügel?« Riley drehte sich zu ihm um. »Die waren ein Geburtstagsgeschenk von Sean. So gut sie aussehen, so lange hat es auch gedauert und es war nicht gerade angenehm.«

»Das glaube ich dir sofort.«

»Zieh dich in Ruhe um, ich gehe schon einmal vor, Gab.« Mit diesen Worten öffnete Riley eine milchige Glastür am Ende der Umkleide und verschwand.

Gabriel musste erst einmal tief durchatmen und setzte sich auf eine der beiden Bänke. Dieser Typ verdrehte ihm seit zwei Tagen im wahrsten Sinn des Wortes total den Kopf. Nicht nur, dass er ihn eben zum ersten Mal bei seinem Spitznamen nannte. Nein. Riley berührte etwas in seinem Inneren, etwas, dass er vorher noch nie so intensiv empfunden hatte und auch nicht kannte. Es war mehr als pure Schwärmerei für einen anderen Mann. Aber auch keine bloße Verliebtheit, wie bei einem Teenager, der wegen einem gut aussehenden Typen blind durch die Gegend lief. Beinah fühlte es sich an, als würde Riley seine Seele berühren.

»Hör gefälligst auf mit diesen blöden Gedanken«, schimpfte er sich und entledigte sich hastig seiner restlichen Kleidung. Anschließend zog er die Badehose an. »Du benimmst dich ja wie ein verliebter Idiot.«

Erstaunt stellte er fest, dass Riley recht gehabt hatte und ihm seine Hose wie angegossen passte. Seufzend nahm er all seinen Mut zusammen und folgte ihm durch die Glastür in den Spa-Bereich.

Augenblicklich wurde er von unaufdringlichem, aber dennoch eindrucksvollem Luxus und einer entspannten Atmosphäre eingehüllt. Vor ihm erstreckte sich ein großer Pool. Auf der einen Seite entdeckte er Ruheliegen, die von Vorhängen voneinander abgetrennt waren, und einige geschlossene Türen. Auf der anderen gab es zwei Whirpools, die im Boden eingelassen waren. In dem hinteren hatte es sich Riley bereits gemütlich gemacht. Entspannungsmusik drang aus versteckten Lautsprechern und es lag ein angenehmer Geruch in der Luft, den er jedoch nicht so recht einzuordnen wusste. Zudem war alles in ein sanftes orangefarbenes Licht getaucht. Ganz am Ende befand sich das Bistro, von dem er auf der Website gelesen hatte, das durch eine Glaswand vom Spa-Bereich abgetrennt war.

Mit einem leicht mulmigen Gefühl im Bauch näherte er sich Riley, der ihn ungeduldig dazu aufforderte zu ihm ins warme Wasser zu steigen. In der Hoffnung, nicht einer Ganzkörpertomate zu ähneln, stieg er langsam die paar Stufen ins sprudelnde Wasser und setzte sich neben ihn auf die im Whirlpool eingebaute Bank. Gabriel lehnte sich zurück, schloss die Augen und bemerkte nach einigen Minuten erstaunt, dass er tatsächlich im Begriff war, sich fallen zu lassen.

»Wenn du Sean fragst, erlaubt er dir bestimmt öfter hierher zu kommen«, flüsterte Riley ihm plötzlich ins Ohr. »Natürlich nur, wenn kein Betrieb ist.«

Überrumpelt, weil er unerwartet so nah bei ihm war, konnte Gabriel nur nicken. Schon im nächsten Moment spürte er Rileys Hände auf seiner Schulter.

»Du musst dich vor mich hinsetzen, sonst funktioniert das nicht. Am besten setzt du dich auf meine Knie.«

Sanft, aber bestimmend zog er Gabriel näher zu sich heran, bis er in der richtigen Position war. Rileys Finger begannen ihm zuerst behutsam über die Schultern und den Nacken zu streicheln, dann bewegten sie sich gezielt zu den ertasteten Knoten und kneteten seine verspannte Muskulatur. Es war die beste Massage, die er je bekommen hatte, doch die Situation in der er sich befand, trug nicht gerade dazu bei, dass er sich wirklich entspannen konnte. Sein Herz klopfte wie wild und ein heißer Schauer erfasste Gabriels Körper. Leise stöhnend genoss er Rileys Zuwendung, als er plötzlich ein eindeutiges Ziehen in den Lenden verspürte. Das Blut schoss in seine Körpermitte und brachte ihn in Erregung.

Peinlich berührt zuckte er zusammen. Fast im selben Moment hörte er eine Stimme, die nach Riley rief. Erschrocken machte er einen kleinen Hüpfer zur Seite und spritze ihnen beiden dabei Wasser ins Gesicht.

»Immer langsam mit den jungen Pferden. Du sollst dich doch entspannen.« Riley lachte und zwinkerte ihm zu.

Das war zu viel für Gabriel, der instinktiv weiter ins Wasser hinabrutschte und am liebsten tief im Erdboden versunken wäre.

»Da bist du ja«, sagte die Stimme und aus den Augenwinkeln erkannte er Sam.

»Sean will dich sehen. Keine Ahnung, um was es geht, aber du sollst dich bei ihm blicken lassen, bevor das Geschäft losgeht. Und? Wie gefällt dir unser Spa?« Die letzten Worte richtete er an Gabriel.

»G… gut«, stotterte er und versank bis zur Nasespitze im Wasser.

Riley seufzte. »Das heißt dann wohl im Klartext … sofort. Gab, wir müssen unsere Massage leider verschieben. Aber du kannst gerne noch eine halbe Stunde hierbleiben.«

»Mach … ich, Riley.«

»Nenn mich Angel. Alle Freunde nennen mich so.«

© Madison Clark

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Ich würde sagen, das war jetzt ein Erlebnis für Gabriel, das er so schnell nicht vergisst, oder was meint ihr?
Morgen geht es weiter und ihr dürft bereits gespannt sein.

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.https://autorinmadisonclark.wordpress.com/2016/12/06/nikolaus-gewinnspiel/

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2 Kommentare zu “Adventsgeschichte – Angel’s Guardian 06.12.2016

  1. Jaa, daran wird Gabriel wohl noch lange denken. :))
    Aber vielleicht können sie das ja mal wiederholen. 😀
    L.g.

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