Adventsgeschichte – Angel’s Guardian 05.12.2016

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Ich hoffe, ihr hattet einen schönen, wenn auch frostigen 2. Adventssonntag.
Bevor sich das 5. Türchen für euch öffnet, möchte ich euch noch an das morgige Gewinnspiel erinnern. Es wird sexy und euch das komplette nächste Jahr begleiten. So viel sei verraten 😉
Und für alle, die neu dazugestoßen sind, alle bisher geöffneten Türchen meiner Adventsgeschichte könnt ihr HIER nachlesen.
Jetzt wünsche ich euch viel Spaß mit Gabriel und Riley.

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Türchen 5

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»Dann ist es also beschlossene Sache.« Riley ergriff Gabriels Hand und zog ihn auf die Beine. »Und jetzt wird erst mal was Ordentliches gegessen.«

Völlig überrumpelt und mit leicht zittrigen Knien ließ er sich aus dem Raum führen und lief mit Riley zu dessen Wohnungstür.

»Schau dich nur nicht so genau um«, sagte Riley und öffnete die Tür, die nur angelehnt war. »Susann hat zurzeit Urlaub und ich bin nicht so gut in Ordnung halten. Katy und Paula, die die Zimmer unten sauber machen, haben genug zu tun, die können sich nicht auch noch um meine Bude kümmern.«

Innerlich musste Gabriel grinsen. Wenn Riley nur wüsste, wie es bei ihm Zuhause aussah. Chaos beschrieb nicht einmal annähernd die Katastrophe, die sich in seinen vier Wänden ausgebreitet hatte. Umso neugieriger folgte er ihm ins Penthouse. Staunend wanderte sein Blick umher. Die komplette Wohnung war in Weiß gehalten und strahlte Luxus pur aus.

Vom Eingang kamen sie direkt in ein riesiges Wohnzimmer. Gabriel schätzte, dass es doppelt so groß war wie seine gesamte Zweizimmerwohnung. Die Außenwand war durchweg eine Glasfront, bis auf eine Ausnahme. In der Mitte gab es eine ungefähr zwei Meter festes Mauerwerk und dort hing ein großflächiger Flachbildschirm an der Wand. Darunter befanden sich in einem Glasregal ein Receiver, sowie eine Stereoanlage und jede Menge CDs. Die Lautsprecherboxen hingen an der gegenüberliegenden Wand, oberhalb einer weißen Ledercouch mit beigefarbenen Sofakissen. Davor war ein Couchtisch aus schwarzem Marmor und mit roten Füßen platziert, der auf einem flauschigen runden Teppich ruhte. Der Boden selbst war mit weißem Parkett ausgelegt. Zu beiden Seiten des Ledersofas gab es zwei kleine weiße Beistelltische. Auf dem einen stand eine Lampe mit beigefarbenem Schirm, auf dem anderen eine mit einem schwarzen Schirm. An den Fenstern hingen schwarze Vorhänge.

Im hinteren Bereich befand sich zwischen zwei geschlossenen Türen ein weißer raumhoher Schrank, der von oben bis unten mit Büchern vollgestopft war.

Rechts vom Wohnbereich stach Gabriel eine offene Küche mit einem Glastisch und weißen Lederstühlen ins Auge. Die Küchenzeile war mit den modernsten Gerätschaften ausgestattet und es wehte ein köstlicher Duft von dort herüber. Von besagtem Chaos konnte er allerdings nicht viel entdecken, außer das benutzte Kochgeschirr.

»Wow, du hast ja sogar den Tisch gedeckt.«

»Na klar. Was wäre ich sonst für ein Gastgeber. Immerhin habe ich dich zum Essen eingeladen.«

Beide lachten und Riley lief voraus, Gabriel folgte ihm langsam, während er immer noch fasziniert die Einrichtung betrachtete. Obwohl so viel Weiß in dem Penthouse vorherrschte, verliehen die farblichen Akzente der Einrichtung dem Ganzen ein besonderes Flair.

»Dieses gesamte Gebäude ist einfach nur Luxus«, sagte Gabriel und schüttelte kaum merklich den Kopf.

»Du hättest es mal vor dem Umbau sehen sollen«, sagte Riley und lud Gabriel mit einer Geste ein, auf einem der Stühle Platz zu nehmen. Anschließend ging er zum Ofen und nahm zwei fertig angerichtete Teller heraus, die er dort warmgehalten hatte. »Alles hier ist neu, nicht nur das Penthouse. Den Spa-Bereich gab es vorher überhaupt nicht. Der war Seans Idee. Die Zimmer sind alle renoviert und neu eingerichtet. Früher, als Edward den Club noch führte, da war alles so dunkel. Aber jetzt mit Sean ist es hell und freundlich. Vor allem ist die Alarmanlage neu. Edward verließ sich immer viel zu sehr auf seine Bodyguards, die wie Soldaten durch das Haus patrouillierten.«

»Bodyguards?« Überrascht setzte Gabriel sich an den Tisch und beobachtete Riley, der beide Teller abstellte und ebenfalls Platz nahm. Der angekündigten Gnocchi-Salat mit Zucchini und Paprika roch köstlich und ließ ihm das Wasser im Mund zusammenlaufen.

»Edward hatte so einen Tick, dass alles und jeder hinter ihm her wäre. Er war ein Spinner.«

Gabriel runzelte die Stirn. »Ich will ja nicht neugierig sein, aber wer ist Edward?«

»Stimmt, den kannst du gar nicht kennen.« Riley seufzte. »Er ist … oder eher war … Seans und Tylers Vater. Sean hat von ihm das alles geerbt, inklusive den Millionen auf dem Konto.«

»Okay. Ich lerne heute etliches dazu.« Grinsend nahm Gabriel die Gabel und betrachtete sehnsüchtig das schmackhaft aussehende Essen.

»Iss, bevor es kalt wird.« Riley tat es ihm nach, nahm sich eine Gabel voll und schloss genießerisch die Augen. »Mhhh … einfach lecker.«

Gabriel probierte und stellte mit einem seligen Seufzen fest, wie perfekt es abgeschmeckt war.

»Ich lade mich jetzt jeden Tag bei dir ein.« Er zwinkerte seinem Gastgeber verschmitzt zu.

»Kannst du gerne machen … ich mag Besuch.« Riley zwinkerte grinsend zurück und Gabriel senkte verlegen den Kopf. Wieder einmal raste sein Puls und die Nervosität kehrte zurück.

Schließlich versuchte er, sich auf das Essen zu konzentrieren, aber es fiel ihm zunehmend schwerer. Immer wieder wanderte sein Blick wie zufällig zu Riley. Dieser junge Mann besaß etwas, dass er nicht einmal annährend in Worte fassen könnte, selbst wenn er es gewollt hätte. Seine natürliche Schönheit hatte sicherlich etwas damit zu tun, doch es war weit mehr als das. Riley war eindeutig nicht wie die Männer, die er bisher kennengelernt hatte. Er schien auf seine ganz eigene Art etwas Besonderes zu sein.

Schweigend genossen sie das Essen, als es plötzlich an der Wohnungstür klingelte. Riley entschuldigte sich und eilte davon. Von seinem Platz aus konnte Gabriel alles gut einsehen und hören. Als die Tür geöffnete wurde, hörte er lautes Gebell. Wie ein Pfeil schoss ein weißes Fellknäul auf ihn zu.

»Hi Henry. Dich habe ich ja ganz vergessen.« Gabriel beugte sich zu dem Hund nach unten und streichelte dem kleinen, quirligen Kerl über den Kopf, der freudig mit dem Schwanz wedelte.

»Ihr seid früh zurück, Sam«, sagte Riley. »Hast du Hunger? Willst du mit uns essen?«

»Es ging ziemlich schnell beim Tierarzt«, antwortete Sam mit seiner tiefen Bassstimme. »Jetzt habe ich keine Zeit, aber du kannst mir gerne etwas aufheben. Ich mache heute wegen dem Treffen mit dem Architekten ohnehin Überstunden.«

»Okay. Ich stelle es dir später unten in die Küche. Und ich werde auch einen Zettel dazu legen, nicht das dir Andy wieder alles wegschnappt.« Riley lachte und Sam fiel mit ein. »Und danke wegen Henry.«

»Kein Problem«, sagte Sam. »Gabriel, lass es dir schmecken«, rief er unerwartet laut in die Wohnung hinein. »Du hast Glück bei einem der besten Köche von ganz London eingeladen worden zu sein.«

»Ähm … danke«, antwortete Gabriel und spürte, wie ihm die Wärme erneut ins Gesicht schoss.

Während er Henry weiter streichelte, beobachtete er aus den Augenwinkeln Riley, der sich von Sam verabschiedete und zurückkam. Kaum saß er, raste Henry zu ihm hinüber und gab erst Ruhe, als er den Hund auf den Schoß nahm. Mit einem Grinsen sah er zu, wie Henry Rileys Gesicht mit Hundeküssen bedeckte.

»Wie alt ist er überhaupt?«, erkundigte sich Gabriel, der als kleiner Junge, zusammen mit seinem fünf Jahre älteren Bruder Simon, einmal einen Golden Retriever gehalten hatte.

»Er wird nächsten Monat ein Jahr. Sam war mit ihm wegen einigen Impfungen beim Arzt. Wollte ja eigentlich selbst mit ihm gehen, aber heute ist nicht so ganz mein Tag.« Dabei deutete er mit einer schiefen Grimasse auf sein Gesicht.

Gabriel nickte verständnisvoll. »Hat Sean dich inzwischen erreicht?«

»Ja … leider«, antwortete Riley und es war nicht zu übersehen, dass ihm dieses Thema unangenehm war. »Aber lass uns lieber über etwas anderes reden. Verrate mir, wie kommt man eigentlich dazu sich für Computer zu interessieren?«

Das war eine berechtigte Frage und er beantwortete sie gerne. »Seit ich meinen ersten Computer mit zwölf bekam, wollte ich alles darüber wissen. Wie sie funktionieren, wie sie aufgebaut sind und was man damit alles machen kann.« Gabriel aß zwei Gabeln, bevor er fortfuhr. »Natürlich habe ich auch Computerspiele gezockt und verbrachte die meiste Zeit im Internet, wo ich vieles über Computer und ihre Funktionsweisen und so weiter recherchierte und mir das ein und andere Wissen aneignete. Und so kam es, dass ich aus meiner Leidenschaft einen Beruf machte. Nach der Schule bin ich aufs College und studierte Informatik. Bis vor einem Jahr arbeitete ich noch in einer großen IT-Firma. Nur leider mussten sie Stellen abbauen und ich war mit einem Schlag arbeitslos. Da kam ich auf die Idee mich selbstständig zu machen.«

»Das klingt richtig interessant. Vielleicht kannst du mir ja irgendwann mal zeigen, wie man am Computer spielt.« Riley lächelte und setzte schließlich Henry auf dem Boden ab. Dann nahm er seinen halbaufgegessen Teller und gab die Reste dem Hund, der sich sofort darauf stürzte.

Gabriel ließ sich seine Überraschung nicht anmerken. Ein Mann in seinem Alter, der noch nie ein Computerspiel gespielt hatte, war ihm bisher nicht begegnet. »Klar kann ich machen«, sagte er nach einer kurzen Pause. »Und glaub mir, so interessant ist mein Beruf auch wieder nicht, aber er macht Spaß. Und was ist mit dir? Bist du Koch?«

Riley senkte den Blick. »Kochen ist eher eine Leidenschaft von mir. Besser gesagt ein Hobby. Vor vier Jahren habe ich damit angefangen. Wenn ich Zeit und Lust habe, dann lese ich gerne. Am liebsten mag ich Science-Fiction- und Horror-Bücher.«

»Das kann ich gut verstehen, ich lese auch sehr gerne. Wobei ich mehr auf Krimis und Thriller stehe.« Gabriel erinnerte sich an das Bücherregal, das er beim Eintreten gesehen hatte. »Du müsstest mal meine kleine Bude sehen. Die ist vollgestellt mit einem riesigen Bücherregal.«

»Möchtest du eigentlich etwas trinken? Das habe ich total vergessen!« Riley sprang hastig vom Stuhl auf und lief zu einem der Küchenschränke. Auf Gabriel machte es für einen Moment den Eindruck, als wollte er flüchten. »Ich bin wirklich ein schlechter Gastgeber«, fügte er leise hinzu, aber nicht leise genug.

»Ein Wasser wäre klasse. Und du bist ein toller Gastgeber. So gut habe ich schon lange nicht mehr gegessen und dann auch noch in so toller Gesellschaft.« Kaum hatte Gabriel die Worte ausgesprochen, biss er sich auf die Lippen. Obwohl er Riley erst seit gestern kannte, fühlte er sich in seiner Gegenwart wie ein kleiner Junge, der ständig das Gefühl hatte, etwas Falsches zu sagen. Zudem war er von ihm unglaublich fasziniert.

»Meinst du das ernst?« Riley wirbelte herum und strahlte über das ganze Gesicht.

»Warum sollte ich lügen?« Ein wenig unsicher grinste er sein Gegenüber an und beschloss das Thema zu wechseln. »Darf Henry meinen Rest auch noch essen? Es war wirklich sehr lecker, aber ich bin echt satt.«

»Klar. Henry bekommt immer die Reste. Ich weiß, dass spricht nicht gerade für eine gute Erziehung, und das Essen ist nicht so gesund für meinen Kleinen. Aber er hat seinen eigenen Kopf und ich gebe viel zu schnell nach. Gib sie ihm nur.« Riley drehte sich wieder um und Gabriel stellte seine fast leeren Teller auf dem Boden ab.

Sofort kam Henry zu ihm herüber und stürzte sich auf die übriggebliebenen Gnocchis. Offensichtlich schien es ihm ebenso gut zu schmecken wie Gabriel.

© Madison Clark

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Riley verdreht Gabriel im wahrsten Sinn des Wortes den Kopf, findet ihr nicht?
Der Spa-Bereich wartet auch noch auf die beiden … dieses Abenteuer dürft ihr dann morgen lesen 😉

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2 Kommentare zu “Adventsgeschichte – Angel’s Guardian 05.12.2016

  1. Hi,
    Wow. Was für eine schicke Wohnung. Da möchte man sofort einziehen. 😊
    Zwischen den beiden knistert es auf besondere Weise.
    Ich bin besonders auf Rileys Hintergrund- Geschichte gespannt und natürlich auch auf ihre entspannenden Stunden im Spam.
    LG.

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