Adventsgeschichte – Angel’s Guardian 04.12.2016

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Heute öffnet sich Türchen Nr 4 für euch. Wer die anderen Türchen noch nicht kennen sollte … HIER könnt ihr sie nachlesen.
Seid ihr schon neugierig, wie es mit Gabriel und Riley weiter geht? Viel Spaß wünsche ich euch und einen frohen 2. Advent.
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Türchen 4

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»Das freut mich. Aber lass uns später reden, Gabriel. Ich muss etwas erledigen, das leider keinen Aufschub duldet. Riley kommst du?« Sean sah über die Schulter.

»Geh schon vor, ich rauch noch eine.« Rileys Blick wanderte von Sean zu Gabriel und er lächelte ihn zaghaft an.

»Aber danach solltest du dringend ein paar Stunden schlafen«, riet Sean ihm und verschwand im Aufzug.

»Was hat er denn? So wie er sich gerade aufgeführt hat, könnte man fast meinen, er wäre dein Vater.« Gabriel hielt Riley die Tür in den Hinterhof auf und zwinkerte ihm dabei belustigt zu.

Riley lachte. »Ab und an hat er schon so eine Art seltsamen Vaterkomplex. Und nein, er ist nicht mein Vater. Aber … aber ich … bin sein Neffe.« Daraufhin senkte er den Blick und wurde schlagartig wieder ernst.

»Oh.« Überrascht folgte er Riley ins Freie. Mit dieser Wendung hatte er nicht gerechnet. Aber es erklärte wenigstens, warum er in der Penthouse-Wohnung wohnte und für Sean kochte.

»Hier, ich spendiere eine.« Riley reichte ihm die Zigarettenschachtel und Gabriel nahm sich eine.

»Danke. Feuer?« Gabriel hielt ihm im Gegenzeug das Feuerzeug hin.

Aus den Augenwinkeln beobachtete er Riley neugierig, der heute eher in sich gekehrt wirkte. Außerdem fielen ihm eine aufgerissene Lippe auf, die sein schönes Gesicht verunstaltete, sowie ein kleines Veilchen am linken Augenwinkel. Schließlich nahm Gabriel seinen ganzen Mut zusammen. »Was ist dir denn passiert?« Dabei deutete er mit dem Kinn auf die Verletzungen.

»Ach das …«, Riley drehte sich rasch weg, so dass Gabriel ihn lediglich im Profil sehen konnte. »Ich hatte im Dunkeln einen kleinen Zusammenstoß mit der Badezimmertür. Aber alles halb so wild.«

»Elektrisches Licht ist eine tolle Erfindung«, meinte Gabriel feixend.

»In gewissen Situationen.« Riley lachte leise und seufzte schließlich.

Danach verfielen beide in Schweigen und Gabriel verspürte auf einmal den Anflug eines schlechten Gewissens. Woher es herrührte, wusste er nicht. Schließlich rauchte er seine Zigarette auf und warf sie auf den Boden, wo er sie mit dem Absatz seiner Sneakers austrat. Dann hob er den Stummel auf und blickte sich suchend um. Nicht weit vom Hintereingang entfernt stand ein kleines Fass, gefüllt mit Sand, in dem sich schon mehrere aufgerauchte Zigaretten tummelten. Er warf seine dazu und wollte zur Tür zurück. Doch als er sich umdrehte, prallte er fast auf Riley, der plötzlich direkt vor ihm stand.

Zwei saphirblaue Augen sahen ihn mit einem außergewöhnlichen Leuchten an. Der Blick brachte seinen Herzschlag zum Rasen und seine Kehle fühlte sich trocken an. Für einen Moment hätte er am liebsten die Hand gehoben und mit dem Finger sachte über die verletzte Lippe gestreichelt, aber er konnte diesem Drang gerade noch widerstehen.

»Kommst du heute Mittag zum Essen vorbei? Es gibt Gnocchi-Salat mit Zucchini und Paprika. Sean wird heute sicherlich nichts essen wollen, dafür kenne ich ihn zu gut.«

Wie gebannt beobachtete er Riley, der sich an ihm vorbeischob und den Zigarettenstummel ins Fass warf. Dabei stieg ihm der süßlich herbe Duft von Rileys Eau de Toilette in die Nase und er schloss die Augen. Dieser Engel auf Erden sah nicht nur verboten gut aus, sondern roch auch noch verdammt verführerisch.

»Ach ja … und wenn du möchtest, bringe ich dir gerne später einen Kaffee vorbei«, hörte er ihn sagen.

»Ähm … ja.« Gabriel spürte, wie ihm die Wärme ins Gesicht schoss.

»Mittagessen? Kaffee? Oder beides?«

Gabriel senkte den Kopf und atmete noch einmal tief durch. Er versuchte, den Bann abzuschütteln, mit dem er ihn eindeutig belegt hatte, und erwiderte schließlich Rileys Blick, der ihn gespannt anblickte.

»Ja … ähm … beides wäre toll.« Am liebsten hätte er sich geohrfeigt, um wieder einen klaren Kopf zu bekommen. In Rileys Gegenwart schien dies jedoch ein Ding der Unmöglichkeit zu sein.

»Klasse. Ich bin dann mal kurz weg. Falls Sean dich fragt, sag ihm einfach ich schlafe.«

»Okay. Bis später.« Nachdenklich sah er Riley hinterher, der eilig um die Ecke bog und ihn allein zurückließ.

»Er ist bestimmt abgehauen, weil du dich wie ein Idiot benimmst«, rügte sich Gabriel und schüttelte mehrmals den Kopf. Frustriert griff er in seine Jackentasche und zog eine Zigarettenschachtel heraus. Er musste noch eine rauchen.

Fünf Minuten später stand er vor dem Aufzug und wartete. Als sich die Tür öffnete, trat ihm Sean entgegen.

»Hast du Riley gesehen?«, fragte er ihn prompt.

»Er wollte nach oben und schlafen«, antwortete Gabriel.

Sean lachte und steckte sein Handy in die Manteltasche. »Das glaube ich nicht. Ich komme gerade aus dem Penthouse. Ans Handy geht der Herr auch nicht. So typisch. Falls du ihn siehst, tu mir den Gefallen und richte ihm aus, dass ich dringend mit ihm reden muss. Er weiß schon, um was es geht.«

Gabriel nickte und musste sich ein Grinsen verkneifen. Die beiden spielten offensichtlich ein Katz- und Mausspiel. Wobei er Riley gut verstehen konnte. Wenn er seine Ruhe haben wollte, dann ignorierte er ebenfalls das Handy und die Türklingel.

»So sind wohl Neffen«, meinte Gabriel grinsend und musste an seine eigenen denken. Luca und Daniel waren zum Glück noch klein. Luca lernte seit Kurzem das Laufen und Daniel ging gerade erst in die Vorschule.

Einen Moment blickte Sean ihn überrascht an, dann lächelte er. »Ja … so kann man das sagen. Riley hatte schon immer seinen eigenen Kopf. Manchmal kann es allerdings auch nerven.« Er machte eine kurze Pause und fügte hinzu. »Sam hat mir erzählt, dass bereits alles geliefert wurde. Du musst nur aufpassen mit der Alarmanlage, die ebenfalls über das System gesteuert wird. Sie zickt hin und wieder rum. Die Passwörter und Zahlencodes findest du übrigens im Serverraum.«

»Kein Problem. Ich kenne mich mit solchen Problemen aus.«

»Ich wusste doch, dass Matt einen guten Riecher hat. Er hat mich gestern nach unserem Telefonat übrigens noch angerufen und gefragt, ob du den Auftrag bekommen hast.«

»Oh … der macht sich ja scheinbar richtig Sorgen um mich.« Gabriel wäre am liebsten im Boden versunken. Es kam ihm vor, als wollte sein bester Freund ihn bevormunden. Außerdem fiel ihm ein, dass er sich unbedingt noch bei ihm bedanken musste.

»Besser so, als umgekehrt«, sagte Sean, griff nebenbei in die Manteltasche und zog das Smartphone heraus, das eine leise Melodie von sich gab. »Entschuldige mich, da muss ich ran.«

»Kein Problem. Ich … ich bin dann oben.« Gabriel stieg in den Aufzug und drückte auf den Knopf für das 5. Stockwerk.

Sean bedachte ihn mit einem Nicken und dann hörte Gabriel ihn bereits sprechen. »Was ist denn los, Finn? Ich dachte, du bist …«

Mehr bekam er nicht mit, da schloss sich bereits die Tür.

Finn. Dieser Name kam ihm bekannt vor. Wenn seine Erinnerung ihn nicht trog, dann hatte Matthew einmal von einem Finn erzählt. Und falls er sich nicht irrte, war Finn der Name von Seans Freund.

***

Es klopfte zweimal an der Tür und Gabriel sah zum ersten Mal seit Stunden vom Monitor auf. Seine Armbanduhr verriet ihm, dass es bereits nach zwei Uhr nachmittags war.

»Ich möchte dich nicht stören«, hörte er Rileys Stimme. »Aber das Essen ist fertig.«

Prompt drehte er sich mit einem Lächeln zu ihm um.

»Sorry, das habe ich ganz vergessen.«

»Dachte ich mir.« Riley grinste und kam herein. Neugierig näherte er sich und starrte auf den Bildschirm, der inzwischen mit dem neuen Server verbunden war. »Kommst du gut voran?«

»Ja. Ein Teil der alten Daten ist bereits überspielt. Und der Server läuft gut. Aber da steckt noch viel Arbeit dahinter.« Während er sprach legte er den Kopf in den Nacken und streckte sich. »Wenn nur nicht diese blöden Nackenschmerzen wären.«

»Verspannt?«, erkundigte sich Riley.

»Ein wenig. Liegt wohl eher daran, dass ich die halbe Nacht unbequem vor meinem Rechner saß … und … und …« Die restlichen Worte, die ihm bereits auf der Zunge lagen, schluckte er herunter. »Sagen wir es mal so … ich bin’s gewohnt. Nichts, was eine heiße Dusche nicht wider hinbekommen würde.«

»Komm her, ich massiere dich«, bot Riley an und drehte ihn samt Bürostuhl wieder gen Bildschirm.

»Aber … aber …«, mehr brachte Gabriel nicht heraus, da legten sich bereits zwei zärtliche Hände auf seine Schultern und begannen vorsichtig seine verhärtete Muskulatur durch den dünnen Pullover hindurch zu massieren. Genussvoll schloss er die Augen und spürte seinen beschleunigten Herzschlag. Zugleich fühlte er ein angenehmes Kribbeln über den Rücken und die Arme wandern.

»Das tut gut«, sagte Gabriel und stöhnte leise. »Hast du das schon öfter gemacht?«

»Manchmal. Mit Massageöl ist das allerdings viel effektiver. Ich glaube, ich muss später mit dir einen kleinen Ausflug machen, bevor der Trubel hier beginnt.«

»Einen Ausflug?« Gabriel öffnete die Augen und drehte sich zu ihm um.

Mit einem breiten Grinsen im Gesicht blickte Riley ihn an. »Das Black Desire hat einen eigenen Spa-Bereich. Eigentlich ist er nur für die ganz besondere Kundschaft. Aber wenn ich sage, dass du ein Freund bist, dann meckert keiner.«

»Ist das dein Ernst?« Fragte Gabriel sichtlich überrascht. In Gedanken erinnerte er sich an die Bilder der Website. Komfort pur.

»Ja klar. Alle Jungs, die hier arbeiten, benutzen ihn auch privat. Und wenn man es so will, arbeitest du ja auch jetzt hier.« Riley zwinkerte.

Gabriel seufzte sehnsüchtig und brachte lediglich ein Nicken zustande.

© Madison Clark

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Wie heißt es so schön … unverhofft kommt oft 😉
Habt ihr schon Ideen, wie es mit den beiden weitergehen könnte?
Und Morgen wieder vorbeischauen für das nächste Türchen.

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3 Kommentare zu “Adventsgeschichte – Angel’s Guardian 04.12.2016

  1. Hi,

    mit Angel und seinen beruflichen Ambitionen lag ich wohl falsch. Trotzdem
    gibt es einige Dinge die ihn mysteriös erscheinen lassen. Ist er wirklich der Neffe Seans?
    Wer hat ihn geschlagen und wo geht er heimlich hin?
    ich hoffe das einige dieser Fragen beantwortet werden.
    Jedenfalls gehts jetzt erst mal in den Spa – Bereich und ich bin sehr gespannt, was die Zwei dort erleben werden.

    LG. und bis morgen

    • Danke für dein Kommentar 🙂
      Da gibt es noch viele offene Fragen und Gabriel und Angel müssen noch so einiges überstehen. Mehr darf und will ich nicht verraten, denn die Geschichte ist erst am Anfang. Du kannst gespannt sein 😉
      LG Madi

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